Neuer Nahverkehrsplan Oder-Spree: Mehr Busse und On-Demand-Angebote für Fürstenwalde

Der Landkreis Oder-Spree arbeitet an einem neuen Nahverkehrsplan, der den öffentlichen Personennahverkehr in der Region grundlegend modernisieren soll. Für Pendler aus Fürstenwalde und Umgebung bedeutet das: mehr Verbindungen, neue Buslinien und innovative Mobilitätslösungen.

PlusBus-Linien für bessere Anbindung

Ein zentraler Bestandteil des neuen Nahverkehrsplans sind sogenannte PlusBus-Linien. Diese sollen wichtige Verkehrsachsen im Kreis Oder-Spree stärken und für Pendler attraktiver machen. Konkret sind folgende Verbindungen im Gespräch:

  • Fürstenwalde – Müncheberg: Eine direkte PlusBus-Verbindung soll die beiden Städte besser miteinander verknüpfen.
  • Rund um den Scharmützelsee: Weitere PlusBus-Achsen sollen die touristisch bedeutende Region besser erschließen.
  • Erkner – BER: Eine Verbindung zum Flughafen Berlin-Brandenburg für bessere überregionale Anbindung.
  • Erkner – S-Bahn Hoppegarten: Anschluss an das Berliner S-Bahn-Netz.

On-Demand-Verkehr und autonomes Fahren

Ein weiteres Großprojekt des neuen Nahverkehrsplans betrifft den Raum Beeskow und Friedland. Hier soll ein innovatives On-Demand-System eingerichtet werden – also Busse, die nicht nach festem Fahrplan fahren, sondern bei Bedarf gerufen werden können. Das Besondere: In diesem Gebiet ist auch ein Testfeld für autonomes Fahren vorgesehen.

Was ist On-Demand-Verkehr?

Anders als beim klassischen Linienbus fahren On-Demand-Fahrzeuge nicht nach starrem Fahrplan, sondern werden per App oder Telefon bestellt. Das System eignet sich besonders für ländliche Räume, wo eine klassische Taktung oft nicht wirtschaftlich ist. So sollen auch kleinere Ortschaften zuverlässig an den ÖPNV angebunden werden.

Videoüberwachung in Bussen geplant

Parallel zum neuen Nahverkehrsplan bestätigte die BOS GmbH als Betreiberin der Buslinien im Kreis Oder-Spree, dass sie Videoüberwachung in den Bussen einführen will. Ziel ist der bessere Schutz von Fahrgästen und Fahrpersonal. Konkret sollen 14 Busse mit Videosystemen ausgestattet werden, teilweise sind bereits Kameras vorhanden.

Die Finanzierung ist allerdings noch nicht vollständig geklärt. Der Kreistag soll über Zuschüsse von knapp 50.000 Euro für Fahrgastzählanlagen in vier Bussen entscheiden. Die Kämmerin des Landkreises bremst jedoch: Eine haushaltsrechtliche Prüfung steht noch aus.

Kosten und Finanzierung

Der neue Nahverkehrsplan ist ambitioniert – und teuer. Die zusätzlichen Kosten für die geplanten Erweiterungen belaufen sich Schätzungen zufolge auf bis zu rund 8,5 Millionen Euro pro Jahr. Wie genau diese Summe finanziert werden soll, ist derzeit noch offen. Klar ist aber: Der Landkreis Oder-Spree will den ÖPNV zukunftsfähig machen und damit die Lebensqualität in der Region stärken.

Was bedeutet das für Fürstenwalde?

Für die Stadt Fürstenwalde bringt der neue Nahverkehrsplan mehrere konkrete Verbesserungen:

  • Bessere Anbindung nach Müncheberg durch die neue PlusBus-Linie
  • Sicherere Busse durch geplante Videoüberwachung
  • Zukunftsfähiger ÖPNV durch Investitionen in moderne Mobilitätslösungen
  • Stärkung als Verkehrsknotenpunkt im Kreis Oder-Spree

Der neue Nahverkehrsplan wird derzeit vom Landkreis erarbeitet. Mit konkreten Ergebnissen und einer Beschlussfassung ist in den kommenden Monaten zu rechnen.

Quellen: MOZ.de, Märkische Oderzeitung (Mai 2026)

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