Die Eisenbahnstraße in Fürstenwalde gehört zu den meistbefahrenen Straßen der Stadt. Als Teil der Landesstraße L 35 verbindet sie die Innenstadt mit dem Bahnhof und ist zugleich eine wichtige Pendlerroute. Doch Anwohner und Verkehrsteilnehmer klagen seit Jahren über den schlechten Zustand der Fahrbahn — Risse, Schlaglöcher und abgesackte Bordsteine prägen das Bild. Nun gibt es Bewegung: Das Land Brandenburg plant offenbar die grundhafte Sanierung der Ortsdurchfahrt.
Eine Straße mit Geschichte und Problemen
Die Eisenbahnstraße ist nicht nur verkehrstechnisch bedeutsam, sondern auch städtebaulich prägend für Fürstenwalde. Entlang der Straße finden sich historische Gebäude aus der Gründerzeit, darunter die denkmalgeschützte Villa Lässig und das alte Schulgebäude von 1876. Die Straße selbst entstand im Zuge des Eisenbahnbaus im 19. Jahrhundert und war lange die zentrale Achse zwischen Bahnhof und Altstadt.
Doch der Zahn der Zeit nagt unübersehbar an der Substanz. Besonders der Abschnitt zwischen Bahnhofstraße und August-Bebel-Straße gilt als dringend sanierungsbedürftig. Bei Regen bilden sich großflächige Pfützen, da die Entwässerung nicht mehr zuverlässig funktioniert. Auch die Gehwege sind in Teilen abgesackt und stellen eine Stolpergefahr dar.
Landesbetrieb plant grundhafte Erneuerung
Die Eisenbahnstraße als Landesstraße fällt in die Zuständigkeit des Landesbetriebs Straßenwesen Brandenburg. Nach Informationen der Märkischen Oderzeitung prüft der Landesbetrieb derzeit den Umfang der notwendigen Maßnahmen. Eine Sprecherin bestätigte, dass die Straße in der Prioritätenliste für die kommenden Jahre stehe. Eine konkrete Zeitschiene gibt es jedoch noch nicht.
Für eine Ortsdurchfahrt wie die Eisenbahnstraße bedeutet eine Sanierung mehr als neuen Asphalt. In der Regel müssen auch Versorgungsleitungen, Kanalisation und Beleuchtung berücksichtigt werden. Das macht die Planung aufwendig und kostenintensiv. Experten schätzen die Kosten für eine grundhafte Sanierung auf mehrere Millionen Euro.
Was bedeutet die Baustelle für Anwohner und Pendler?
Erfahrungsgemäß bringt eine mehrjährige Baustelle auf einer Hauptverkehrsachse erhebliche Einschränkungen mit sich. Umleitungen, halbseitige Sperrungen und Baulärm sind zu erwarten. Für die Anwohner und Geschäfte entlang der Eisenbahnstraße stellt sich die Frage nach Erreichbarkeit und wirtschaftlichen Einbußen während der Bauphase.
Die Stadt Fürstenwalde hat in der Vergangenheit bei ähnlichen Projekten wie dem Ausbau des Spree-Radwegs oder der Sanierung des Bahnhofsumfelds bewiesen, dass sie Baustellen-Management kann. Dennoch wird eine enge Abstimmung zwischen Stadt, Landesbetrieb und Anwohnern notwendig sein.
Ausblick: Mehr als nur Straßenbau
Die Sanierung der Eisenbahnstraße bietet die Chance für eine städtebauliche Aufwertung. Denkbar wären breitere Radwege, mehr Grünflächen und eine verbesserte Aufenthaltsqualität. Andere Städte in Brandenburg machen es vor: In Strausberg und Eberswalde wurden Ortsdurchfahrten mit Bäumen, Sitzgelegenheiten und barrierefreien Querungen modernisiert.
Für Fürstenwalde könnte die Sanierung der Eisenbahnstraße ein wichtiger Baustein der Stadtentwicklung werden. Die Straße verbindet nicht nur Verkehr, sondern auch Geschichte und Zukunft. Bis zum ersten Spatenstich wird jedoch noch Zeit vergehen — die Planung allein dürfte Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen.





















